3D-Drucker mit proprietärem Filament/Material, was tun?

Dieser Aspekt an 3D-Druck­ern ist ein­er Dieser, welchen man beim Kauf seines ersten Gerätes nicht beachtet. Pro­pri­etäre Kom­po­nen­ten im 3D-Druck haben sich Her­steller von aus­gereiften Tech-Riesen abgeschaut.  Unternehmen wie Apple gener­ieren große Umsätze, da ganze Pro­duk­te oder Soft­ware Lösun­gen nur im eige­nen Ökosys­tem erhältlich sind. Das Selbe gilt für 3D-Druck­er mit pro­pri­etärem Fil­a­ment.

Was sind 3D-Drucker mit proprietärem Filament

Kurz gesagt unter­schei­den sich diese Maschi­nen nicht groß von Konkur­ren­zpro­duk­te. Es wird nach dem sel­ben Prinzip 3 dimen­sion­al und, zumin­d­est bei Desk­top 3D-Druck­ern, mit Plas­tik gedruckt. Den­noch liegt im Detail der Unter­schied, da manche Her­stellers den Kun­den zur Ver­wen­dung eigen­er Mate­ri­alien zwingt.

Dabei kann die Umset­zung vol­lkom­men unter­schiedlich aus­fall­en. In allen Fällen muss der Nutzer ein bes­timmtes, pro­pri­etäres, Mate­r­i­al für seinen 3D-Druck­er ver­wen­den. Zurück bleibt der böse Beigeschmack nach­dem man sich fragt: “Was? Kann ich ern­sthaft kein anderes Material/Filament nach freier Wahl für meinen 3D-Druck­er benutzen? Beim UP! Mini wird z.B. der Druck­kopf auf eine unübliche Tem­per­atur erhitzt. Dadurch ist nur das eigene Fil­a­ment brauch­bar, während andere Mate­ri­alien Prob­leme verur­sachen.

Die unterschiedlichen Strategien der Unternehmen

Andere Her­steller wie es XYZprint­ing gehen höhst inno­v­a­tive Wege mit in der Spule ver­baut­en Chips. Die sollen ange­blich den Nutzer vor­war­nen, bevor das Mate­r­i­al aus­ge­ht. Den­noch entste­ht dadurch genau ein gegen­sät­zlich­er Effekt, denn mit der Mel­dung hört der Druck­er ein­fach auf die Spule zu ver­brauchen. Zurück bleibt Rest­ma­te­r­i­al und eine Ungewis­sheit wie viel vom Fil­a­ment im Druck noch genutzt wird.

Bei anderen Geräten wie dem Flashorge Find­er weiß man nicht genau, ob das absichtlich getan wird oder nicht. Dadurch dass die Spule im Hin­ter­bere­ich im Druck­er ver­baut ist, passt nur eine bes­timmte Größe und Dicke an Spulen rein. In dem Fall kann man zwar dünne 0,5 kg Spulen die Lösung sein, wobei Diese in der Regel teur­er als die 1kg Pro­duk­te sind.

Das let­zte Beispiel sind die Cube 3D-Druck­er von 3D Sys­tems. Deren Maschi­nen haben einen aus­gek­lügel­ten Mech­a­nis­mus, der die Zufuhr für Ein­steiger vere­in­facht. Den­noch ging der Plan nicht auf und die Pro­duk­tion wurde eingestellt. Den­noch kann das Mate­r­i­al weit­er gekauft wer­den, die Frage bleibt nur offen wie lange noch und ob es sich lohnt ein aus­laufend­es Konzept bzw. Mod­ell zu kaufen.

3D Systems Cube 3 Produktbild Seitenansicht der Filament Spule blau 3D-Drucker mit proprietärem Filament

Was tun wenn man einen 3D-Drucker mit proprietärem Filament hat?

In diesem Fall hat man je nach Mod­ell unter­schiedliche Optio­nen. Dabei gibt es 3 Möglichkeit­en die nun genauer beschrieben wer­den.

Gle­ich vor­weg, beim Cube von 3D Sys­tems hat man lei­der keine andere Möglichkeit als auf die Spulen des Her­stellers zurück zu greifen. Aus genau diesem Grund rat­en wir vom Kauf der­er Geräte ab. Zudem han­delt es sich um rel­a­tive teure Maschi­nen, welche keine Vorteile zu gün­stigeren 3D-Druck­er auf dem Markt haben.

Im Gegen­satz dazu bieten der UP! Mini und die Geräte von XYZprint­ing eine Lösung. Bei Let­zteren kann man den Chip Mech­a­nis­mus hack­en und so andere Spulen nutzen. Den­noch bleibt eine Prob­lematik und zwar dass man die passende Größe zum Gehäuse find­en braucht. Lösungsan­sätze hier­für wer­den weit­er unten beschrieben.

Der UP! Mini kann eben­falls gehacked wer­den, indem man vorin­stal­lierte Tem­per­atur verän­dert. Dadurch ist die Nutzung ander­er Materialien/Filament möglich. Wie das genau funk­tion­iert wird im fol­gen­den genauer beschrieben.

3D-Drucker mit verbautem Gehäuse

Im Gegen­satz zu den vorheri­gen Beispie­len klappt die Ein­rich­tung von zusät­zlichen Spu­len­hal­terun­gen erstaunlich ein­fach. Dabei bietet sich zum einen die 3D druck­bare All-in-one Lösung an, welche unter­schiedliche Spulen Spu­len­größen sowie 2 Mate­ri­alien gle­ichzeit­ig erlaubt.

Andern­falls kann man auf Seit­en wie Thin­gi­verse oder Yeggi.com nach Spu­len­hal­terun­gen suchen. Dies haben wir zum Beispiel bei unserem Flashorge Find­er (auch Möglich beim Mini) gemacht. Die Hal­terung ist ein­fach mit dem eige­nen 3D-Druck­er herzustellen und passt opti­mal hin­ten drauf. Alter­na­tiv kann man als handw­erk­lich begabter Men­sch und Mak­er mit eige­nen Spu­len­hal­terun­gen Abhil­fe schaf­fen.

Fazit

3D-Druck­er mit pro­pri­etärem Fil­a­ment sind ein richtiger Rückschlag zum eigentlichen Open-Source Gedanken der Tech­nolo­gie. Trotz dessen ist eine pos­i­tive Entwick­lung weg von dieser Ver­wen­dung zu beobacht­en.

In der Zwis­chen­zeit lohnt es sich darauf beim Kauf eines 3D-Druck­ers zu acht­en. In unser­er Geräteauswahl und Test­bericht­en haben wir übri­gens stets diesen Aspekt kom­men­tiert und bew­ertet. Wenn bere­its ein 3D-Druck­er mit pro­pri­etärem Filament/Material gekauft wurde, muss man sich selb­st wie beschrieben Abhil­fe schaf­fen.

Wenn noch all­ge­meine Fra­gen oder zu speziellen Mod­ellen offen sind, kön­nt ihr uns gerne über die Kom­men­tar­funk­tion hierunter oder unser Kon­tak­for­mu­lar kon­tak­tieren.

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2 Comments

  1. Am besten ist es in der Tat, einen Bogen um 3D Druck­er mit pro­pri­etärem Fil­a­ment zu machen. Wenn man aber schon ein Gerät hat, dann helfen die Tipps und Tricks hier, aber dann muss klar sein, dass irgendwelche, eventuellen Garantieansprüche weg­fall­en. Oder nicht? Da mauss man dann abwä­gen, wenn das Gerät noch ziem­lich neu ist…

    Ich hoffe mal, es bleibt wie es ist. Also, dass es zukün­ftig auch genug Geräte mit Fremd­fil­a­ment­nutzung geben wird.

    By the way — schöne Seite. Du blogst schon ziem­lich häu­fig. 🙂 Und einen Pod­cast gibt es auch. Hab mir mal die “3 Wege mit 3D-Druck Geld zu ver­di­enen” ange­hört. War inter­es­sant. Mich wür­den weit­ere Fol­gen dazu inter­essieren!

    Etwas über Legal­ität würde mich auch inter­essieren. Also betr­e­f­fend hochge­lade­nen Vor­la­gen, wie beim Pod­cast Beispiel, aber auch wenn man Geräte hackt, wie oben beschrieben.

    • Auf die Entwick­lung hin zu offe­nen Sys­teme hof­fen wir auch, nun ist abzuwarten. Das ist richtig mit dem Weg­fall der Garantieansprüche, sehr guter Punkt der immer indi­vidu­ell zu betra­cht­en ist.

      Vie­len Dank für dein Feed­back, das freut mich per­sön­lich sehr als Author. Neue Pod­cast­fol­gen sind geplant und rechtliche, sowie medi­zinis­che, The­men wer­den in der Zukun­ft stärk­er behan­delt.

      Um up to date zu bleiben, gerne unseren Newslet­ter abon­nieren, auf
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