4 Wege der additiven Fertigung im Unternehmen

Wir haben 2017, 3D-Druck­er waren die let­zten Jahre in aller Munde und mit­tler­weile haben viele ein eigenes Gerät daheim ste­hen. Auch in der Wirtschaft tut sich einiges, denn viele Unternehmen wen­den bere­its die addi­tive Fer­ti­gung­stech­nolo­gie an, oder behal­ten Diese zumin­d­est im Auge. In diesem Blog-Beitrag beschreiben wir 4 Wege der addi­tiv­en Fer­ti­gung bzw. Arten um gezielt 3D-Druck­er zu nutzen.

Der Grund für diese Aufmerk­samkeit ist, dass die Tech­nolo­gie sukzes­sive eine Indus­trie nach der Anderen dis­rubt­ed. Dabei passiert die Rev­o­lu­tion nicht von heute auf mor­gen, geschweige denn dass alle Wirtschafts­bere­iche davon betrof­fen sind. Auch wenn es erste Schoko­laden 3D-Druck­er gibt, so braucht zum Beispiel Lindt sich keine Sor­gen machen, denn kaum ein­er kauft ein Gerät um sich den Spazier­gang zum Super­markt zu sparen.

Vielmehr müssen sich Unternehmen wie Lindt, oder aus anderen Indus­trien, darüber Gedanken machen wie Konkur­renten die Tech­nolo­gie für sich nutzen kön­nen. Zum Beispiel kön­nten das Mark­tange­bote durch andere Anbi­eter so erweit­ert wer­den, dass ein Kun­den nicht mehr die schön ver­pack­te Lindt Schoko­lade ver­schenkt, son­dern ein Unikat rel­a­tiv preiswert im Inter­net bestellt.

Wie sich Unternehmen auf den 3D-Druck Wandel vorbereiten  

Auf solche Mark­ten­twick­lun­gen soll­ten Unternehmen vor­bere­it­et sein, diese einkalkulieren und poten­tielle Hand­lung­sop­tio­nen vor­bere­it­en bzw. erforschen. Wer dafür keine Kapaz­itäten hat, der kann uns gerne kon­tak­tieren und wir zeich­nen gerne ein erstes poten­tielles Bild der jew­eili­gen Indus­trie ab. Ein gutes Beispiel für diese Herange­hensweise ist Bar­il­la die Nudeln aus dem 3D-Druck­er erforschen, wodurch beson­dere Pas­ta-For­men geschaf­fen wer­den.

Hier zeigt sich wieder, das Unternehmen geht diesen Weg nicht für den pri­vat­en End­kon­sumenten direkt. Vielmehr wird ver­sucht ein Ökosys­tem bzw. Tool zu schaf­fen, welch­es andere Unternehmen hil­ft dem End­kon­sumenten einen Mehrw­ert zu liefern. Bei Bar­il­la wer­den unter Anderem edlere Restau­rants angestrebt, welche ihre Kun­den dann mit außergewöhn­licherem Essen verzück­en kön­nen. Aus diesem Trend her­aus haben sich bere­its ganze 3D-Druck Restau­rants entwick­elt, wie zu sehen in Lon­don, Großbri­tan­nien.

Die 4 Wege der additiven Fertigung

Hier­bei han­delt es sich nicht um fest­gelegte Lösun­gen, son­dern um Rah­men­werke die den Anwen­dern eine Richtlin­ie und Ori­en­tierung bieten sollen. Der Blog Post richtet sich dabei an einen Bericht der Deloitte Uni­ver­si­ty und deren Online-Kurs. Somit ermöglichen wir euch zum Einen eine deutsche Über­set­zung, wie auch fach­liche Erweiterung.

BILD MIT SOURCE EINFÜGEN

https://dupress.deloitte.com/dup-us-en/deloitte-review/issue-14/dr14-3d-opportunity.html

1.  Weg: Nutzung des 3D-Drucks

Der Begriff 3D-Druck wird gezielt genutzt, da es sich hier­bei um die konzep­tionelle Phase der addi­tiv­en Fer­ti­gung han­delt. Dieser Weg bein­hal­tet haupt­säch­lich Kostenre­duzierun­gen und/oder Zeit­min­derun­gen durch die Tech­nolo­gie. Das ist ger­ade im Rapid Pro­to­typ­ing, welch­es den Anfang des 3D-Drucks darstellt, sehr gut zu erken­nen.

Beson­ders in der Design-Phase kön­nen erste Mod­elle und Ideen ein­fach erstellt und aus­ge­druckt wer­den. So hat zum Beispiel Microsoft das Sur­face Tablet in deren Geschäft­szen­trale mehrere Testzyklen durch­laufen lassen, bevor nur eine einzige externe (wie auch interne) Per­so­n­en­gruppe davon wusste. Dafür nutzen Sie einen eige­nen 3D-Druck­er, welch­er genau für diese Zwecke gedacht ist – am Erfolg der Sur­face Tablets erken­nt man ja wie gut es funk­tion­iert ;).

Auch der Druck von Bauteilen selb­st oder die Pro­duk­tion in gerin­gen Stück­zahlen kann hier rein zählen. Hierzu zählt nicht Beson­der­heit­en der Tech­nolo­gie für eine Pro­duk­ter­weiterung auszuschöpfen. Dann han­delt es sich eher um den drit­ten Weg, wobei wir vielle­icht erst ein Mal zum Punkt 2 kom­men soll­ten…

2. Weg: Flexible Wertschöpfungskette 

Jedes Pro­dukt, fast egal welch­es, unser­er heuti­gen Kon­sumge­sellschaft sieht in der Regel mehr von unser­er Welt als der Durch­schnittsreisende. Selb­st Früchte durch­laufen mehrere Sta­tio­nen auf dieser Erde, bevor sie daheim auf dem Küchen­tisch lan­den. Beson­ders elek­tro­n­is­che Geräte mit mehreren Kom­po­nen­ten durch­laufen viele Sta­tio­nen von der Mate­ri­al­ab­schöp­fung über Zulief­er­er bis hin zum End­pro­dukt.

Durch diesen lan­gen und zusam­men­hän­gen­den Prozess sind viele Schritte und Voraus­pla­nun­gen nötig. In diesem Fall helfen addi­tive Fer­ti­gung­stech­nolo­gien, da sie auf Nach­frage und Bedarf pro­duzieren (mit den nöti­gen Druck­laufzeit­en ver­ste­ht sich). Den­noch ermöglicht dies eine erhöhte Flex­i­bil­ität und reduziert Kosten, während es gle­ichzeit­ig die Umwelt durch ver­ringerte Trans­porte schont.

Ein nettes Extra hier­bei ist, dass zum Beispiel für Ersatzteile kaum Lager gehal­ten wer­den müssen. Nachge­fragte Bauteile mit geringem Bedarf oder für rel­a­tiv alte Pro­duk­te kön­nen dig­i­tal als Datei gespe­ichert und im Falle ein­er Rekla­ma­tion gedruckt wer­den. Somit kann man das größte Ersatzteile-Lager der Welt mit ein­er glob­alen Dis­tri­b­u­tion haben ohne auch nur ein einziges Objekt ana­log besitzen.

3. Weg: Doppelte Produkterweiterung

Auf den Dritte unser­er 4 Wege der addi­tiv­en Fer­ti­gung wurde bere­its vorhin ein wenig einge­gan­gen. Man ver­ste­ht hierunter eine Erweiterung und Evo­lu­tion des eige­nen Pro­duk­ts oder Ange­bots bzw. Dien­stleis­tung. Auch wenn wir hier nur von Pro­duk­ten sprechen, so kön­nen Dien­stleis­tun­gen wie das erwäh­nte Schoko­laden­beispiel hier­von auch prof­i­tieren. Wenn Lindt in diesem Fall von Schoko­laden-Tafeln hin zu indi­vidu­ellen Schoko-Objek­ten sich entwick­elt, so entspricht dies dem Weg 3.

Für typ­is­che Pro­duk­te im Met­all- und Leicht­bau han­delt es sich in diesem Punkt um eine Nutzung der 3D-Druck Vorteile. Unternehmen ver­wen­den hier bion­is­che For­men, dadurch sinken die Kosten pro Stück und gle­ichzeit­ig steigt die Qual­ität durch eine z.B. erhöhte Sta­bil­ität. Hinzu kommt, dass es auch möglich ist mit den Mate­ri­alien rel­a­tiv flex­i­bel zu arbeit­en, wodurch weit­er Nutzen entste­hen kön­nen.

Eine andere Möglichkeit diesen Pfad zu bestre­it­en sind kun­den­spez­i­fis­che Pro­duk­te, wie teil­weise mit Lindt beschrieben. Vorhin war eine Erweiterung des Pro­duk­ts gemeint, nun han­delt es sich um die indi­vidu­elle Wun­schnach­frage. Zur Verdeut­lichung ein anderes Beispiel, Nike ist die let­zten Jahre stetig ein Pio­nier in der Schuhin­dus­trie gewe­sen. Nehmen wir an, dass neben der vorhan­de­nen kun­den­spez­i­fis­chen Pro­duk­te durch Online-Tools nun auch 3D-Druck­er genutzt wer­den, um pass­ge­nauere Schuhe zu schaf­fen. In diesem Fall nutzt das Unternehmen die addi­tive Fer­ti­gung, um neue ergonomis­che Qual­itätssteigerun­gen oder Vorteile bei der Sohle zu schaf­fen.

4. Weg: Evolution des Geschäftsmodells

Das let­zte Beispiel mit Nike kann man eigentlich auch hier in den let­zten der 4 Wege der addi­tiv­en Fer­ti­gung steck­en. Das liegt ganz ein­fach daran, dass egal wie sehr man ver­sucht alle Pfade von einan­der zu tren­nen und zu definieren, man trotz­dem Schnittpunk­te hat. Die Evo­lu­tion des Geschäftsmod­ells kom­biniert zudem Wege 2 und 3, die Wertschöp­fungs­kette und Pro­duk­ter­weiterun­gen.

Vielle­icht verdeut­licht der medi­zinis­chen Bere­ich des addi­tiv­en Fer­ti­gungsver­fahren den Sachver­halt bess­er. Hier wur­den früher Prothe­sen gefer­tigt die rel­a­tiv pass­ge­nau sind, aber nicht auf den Kun­den opti­mal zugeschnit­ten, da son­st in den herkömm­lichen Ver­fahren riesige Kosten entste­hen. Nun mit 3D-Druck­ern und Scan­nern, kön­nen sehr schnell Kör­per­in­for­ma­tio­nen des Kun­den dig­i­tal­isiert wer­den, um dann im näch­sten Schritt gün­stiger als mit herkömm­lichen Ver­fahren ein pass­ge­naues Objekt zu druck­en. Dadurch steigt die Qual­ität und die Wertschöp­fungs­kette wurde neu definiert.

Fazit zu 4 Wege der additiven Fertigung

Der Graph und die Pfade unter­stützen Unternehmen in der konzep­tionellen Ideen­phase sehr gut. Dadurch kann man her­aus­find­en in welchem Bere­ich man agiert und sich befind­en möchte. Den­noch sollte man das nicht zu eng sehen und die Möglichkeit­en vor­erst auf sich ein­wirken lassen.

Zudem hil­ft eine Analyse der Konkur­renz, unter Umstän­den sog­ar auf glob­aler Ebene, um poten­tielle Herange­hensweisen zu erken­nen. In Kom­bi­na­tion mit eige­nen Über­legun­gen und Ver­suchen hat man so eine sehr gute Aus­gangslage für die Zukun­ft. Wer grundle­gende Fra­gen oder eine Mei­n­ung zu den eige­nen Möglichkeit­en möchte, der kann uns sehr gerne per E-Mail anschreiben.

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